die partynacht in leipzig
Eigentlich wollen sie ja noch weiter machen; das sieht man den Mitgliedern des Skazka Orchestra aus Berlin an. Sie können nur nicht mehr. Nach beinahe zwei schweißtreibenden Stunden im dicht gefüllten Absturz beim Feinkost- Hoffest am Samstagabend sind die fünf Musiker aus Russland, Weißrussland und Kasachstan sichtlich erschöpft, aber auch ziemlich aufgeputscht von der Begeisterung, die ihnen aus dem Publikum entgegenbrabdet. Vor allem Sänger Artur Gorlatschov gelingt es kaum noch, seinen schmallen Körper ruhig zu halten. “Mein Leipzig lob ich mir”, verkündet er mehrfach grinsend und mit breitem Akzent.
Mangels Russisch- Kenntnissen verstehen leider nur wenige, worum es in den von ihm so charmant vorgetragenen Skazkas (Märchen) geht. Die meisten stammen aus der Feder von Andrey Glebov, der beim Konzert beinahe hinter dem Lautsprecherturm und seinem rieigen Kontrabass verschwindet. Immer wieder schieben sich andere Instrumente in den Vordergrun, nur das Schlagzeug von Lena Shams bleibt meist dezent im Hintergrund. Den besonderen Skazka- Sound machen Valentin Butts Bajan-Akkordeon und vor allem Andrej Lakisovs verspieltes Saxophon aus. Ein gewisser melancholischer Grundton zieht sich durch alle Stücke, aber zuviel Schwermut lassen die häufigen Tempo- und Stilwechsel dann doch nicht aufkommen. Ska-, Jazz-, Klezmer- und Reggae- Einflüsse verschmelzen zu einer eigenständigen, ungemein euphorisierenden Melange.
Bei der Auswahl ihrer Überraschungsband haben die Macher des Feinkost- Hoffestes mal wieder ein gutes Händchen bewiesen. Aber irgendwann muss halt Schluss sein. Und so verabschieden sich die fünf Skazotschnikis kurz vor zwei Uhr mit der allerletzten Zugabe “Posledni Tramway”. Als sie verklungen ist, stürzt natürlich nicht gleich alles zur Haltestelle. Die letzte Straßenbahn ist um diese Zeit längst gefahren […] Frank Schubert; Leipziger Volkszeitung, Fotos: Andre Kempner
am 5. September 2009 um 17:39 Uhr.
Интересно. Мнения разделились. Ща заценю